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Paul kocht

Gemeinsam produktiv sein - Inklusion in der Arbeitswelt - Kurzdarstellung (in der Analyse)

Kurzdarstellung der Aktivität

Das Foto zeigt das PAULmobil, mit dem wir Suppen und Eintöpfe aus PAULs Küche bei Straßenfesten, Gartenfesten, Firmenfeiern liefern.
© www.paul-kocht.de

In der Übergangsphase ‚Schule – Beruf‘ ist für junge Menschen mit Lernschwierigkeiten meistens festzustellen, dass die Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) das einzige Angebot und die einzige Perspektive darstellen. Eine Wahlmöglichkeit - eine wichtige Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention - besteht für die Menschen mit Behinderung zumeist nicht.

Aus diesem Grund wurde 2012 in Kaarst aus dem Verein Paul e.V., einer Elterninitiative, das Unternehmen PAUL kocht gGmbH gegründet. PAUL versteht sich nicht als „Maßnahme“ im Sinne eines zeitlich beschränkten Angebots, sondern als ein auf Dauer angelegtes Unternehmen, das Inklusion umsetzen und damit insbesondere eine Alternative zur WfbM schaffen möchte. Hauptzielsetzung des Sozialunternehmens PAUL ist die Beschäftigung und Teilhabe der Mitarbeiter/innen mit Behinderungen in Form von Außenarbeitsplätzen.

So arbeiten bei PAUL Menschen mit und ohne Behinderungen. Gemeinsam stellen sie Lebensmittel her (u.a. Ketchup, Chutneys, Suppen, Fruchtaufstriche, Kuchen im Glas, Liköre) und verkaufen diese. Die Produkte werden über Handelspartner, das eigene Marktmobil sowie vor Ort und durch einen Lieferservice vertrieben. Aktuell werden bereits 19 Handelspartner in der Region und darüber hinaus beliefert. Das PAULmobil fährt Wochenmärkte sowie Stadtfeste an und kann für Betriebs- oder Familienfeiern gebucht werden. Die Arbeitsabläufe sind so konzipiert, dass alle Arbeiten gemeinsam von Menschen mit und ohne Behinderung ausgeführt werden. Es entstehen damit vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen unterschiedlicher Leistungsfähigkeit in den Bereichen Küchenproduktion, Service, Spülküche, Verpackung sowie Vertrieb. Die Beschäftigung wird in Form von betriebsintegrierten Arbeitsplätzen angeboten. Hierzu besteht eine Kooperation mit den Varius-Werkstätten Grevenbroich. Die psychosoziale Begleitung wird durch die Werkstatt oder einen Inklusionsdienstleister wie den Integrationsfachdienst (IFD) gewährleistet.

Getragen wird PAUL zu weiten Teilen durch das ehrenamtliche Engagement seiner Gründer, d.h. der vier Elternpaare beeinträchtigter Kinder, die aufgrund ihrer eigenen (lebenslangen) Erfahrungen und Betroffenheit durch ihre Kinder sich für deren weitere Integration im Arbeitsbereich einsetzen. Bis dato wird die gesamte Produktion durch ehrenamtliche Vereinsmitglieder durchgeführt. Die konzeptionelle und organisatorische Federführung liegt in den Händen von Sybille Hermeling-Krön, Vereinsvorsitzende von PAUL e.V., sowie weiteren ehrenamtlichen Mitarbeitern von PAUL kocht gGmbH. Entscheidend für das Konzept von PAUL ist die Einbindung der in der Nachbarschaft bereits vorhandenen Ressourcen. Hier wird in einer Vernetzung mit Institutionen vor Ort, wie der Förderschule, den Behindertenwerkstätten sowie der benachbarten ev. Lukaskirche mit ihrer Senioren - und Jugendarbeit ein Ort geschaffen, der zugleich Arbeits- und Begegnungsort ist und so dem Leben in der Gemeinschaft aller dient. Durch die Anbindung an ehrenamtliche Personen aus der Nachbarschaft erfolgt eine tiefe Verankerung im Gemeinwesen.

Finanziert wird das Unternehmen durch Umsätze, eigenen Finanzen, Spenden und z.T. durch Stiftungen wie der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und zwei weiteren privaten Stiftungen (die Werhahn-Stiftung und ein Stiftungsfonds der GLS Treuhand).

Das Unternehmen PAUL kocht gGmbH leistet insgesamt einen Beitrag zur Förderung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung im Bereich der Arbeit und Gesellschaft (vgl. Artikel 27 UN-BRK, Arbeit und Beschäftigung; Artikel 30 UN-BRK Teilhabe am kulturellen Leben sowie an Erholung, Freizeit und Sport). Das Recht auf Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft wird durch die Einbindung in sozialräumliche Bezüge über die Kirchengemeinde, über nachbarschaftliches Miteinander und die Kooperation mit anderen Institutionen gestärkt. Ebenso schafft und schärft das Unternehmen das Bewusstsein für die Fähigkeiten und den Beitrag von Menschen mit Behinderungen im Sinne des Artikels 8 der UN-BRK (Bewusstseinsbildung). Durch die barrierefreien Räumlichkeiten wird zugleich dem Artikel 9 der UN-BRK (Zugänglichkeit) Rechnung getragen.

Ansprechpartner/in

PAUL kocht gGmbH
Kaarster Straße 51-53
41564 Kaarst

Sybille Hermeling-Krön
Telefon: 02131-969564
E-Mail: shk@remove-this.paul-kocht.de

Bildrechte

Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.