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Blaues Wunder - Wasserprojekt

Inklusives und globales Bildungs- /Lernangebot für nachhaltige Entwicklung - Kurzdarstellung (in der Analyse)

Kurzdarstellung der Aktivität

Auf dem Bild ist die Titelseite des Bildungsmateriales „Blaues Wunder“ abgebildet. Überschrift ist Blaues Wunder. Wie das Wasser unser Leben bestimmt. Inklusives Globales Lernen in der Grundschule.
© bezev.de

Sowohl Armut als auch soziale Ausgrenzung zählen bis heute noch zu den größten sozialen Problemen. Menschen mit Behinderung sind in besonderem Maße von Armut bedroht. Nach dem Weltbehindertenreport 2011 leben weltweit über eine Milliarde Menschen mit Behinderung. 80 Prozent von ihnen leben in Entwicklungsländern. Ein Fünftel der Menschen, die in absoluter Armut leben, haben eine Behinderung. Diese Zahlen machen deutlich, dass ein verstärktes Engagement notwendig ist, um zu einer deutlichen Armutsreduzierung und zur Inklusion benachteiligter Gruppen beizutragen. Wasser gehört zu einem zentralen Thema für die Armutsbekämpfung und ist für die Menschen in Deutschland selbstverständlich und jederzeit verfügbar. Für über 780 Millionen Menschen auf der Welt hingegen ist die Trinkwasser- und Sanitärversorgung ein Problem. Davon leben die meisten Menschen in Ländern des Globalen Südens. Die Auswirkungen von schlechter Trinkwasser- und Sanitärversorgung sind oft Krankheiten und Behinderungen.

In Essen gab es hierzu das Projekt „Blaues Wunder“. Das Projekt, welches von Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V. ausging, wurde 2014-2015 durchgeführt.
„Blaues Wunder“ entsprach einem Projekt zur inklusiven Bildung für nachhaltige Entwicklung und förderte die gleichberechtigte Beteiligung aller Kinder an Bildungsveranstaltungen zu globalen und nachhaltigen Fragestellungen, wie dem hier zugrunde liegenden Thema Wasser. Das Projekt bestand u.a. aus zwei miteinander zusammenhängenden Komponenten: zum einen wurden im Rahmen des Projekts inklusive Bildungsmaterialien erstellt, die verschiedene Unterstützungsbedarfe der Lernenden so berücksichtigen, dass das gemeinsame Lernen am gleichen Gegenstand ermöglicht werden konnte. Die inklusiven Bildungsmaterialien bestehen aus einem Handbuch für die Lehrenden, einer CD ROM mit flexiblen Arbeitsblättern, Gebärdensprachvideos, Bildern u.v.m., sowie aus einer ergänzenden Materialkiste mit u.a. taktilen Material (Material, das ertastetet werden kann) und Ausdrucke in Braille (Blindenschrift) (das Handbuch kann unter: http://www.bezev.de/global-learning/wasser-projekt/inklusives-bildungsmaterial.html bestellt werden). Zum anderen hatten bis zu 20 Grundschulklassen im Rahmen von fünf-tägigen Projekttagen die Möglichkeit, sich unter Berücksichtigung ihrer individuellen Lernvoraussetzungen mit dem Thema Wasser zu beschäftigen, eigene Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und gemeinsam aktiv zu werden. Zudem wurde ein Wasser-Wettbewerb für die Grundschulen durchgeführt.
Am Projekt beteiligt waren Grundschulkinder mit und ohne Behinderung, Lehrer/innen und Schulleiter/innen, Autor/innen sowie Kooperationspartner wie die internationale Kommission zum Schutz des Rheins und Multiplikator/inn/en, die die Projekttage mit umsetzten. Des Weiteren wurde mit dem Projekt angeregt, außerschulische Lernorte zum Thema Wasser zu besuchen; beispielsweise die Wasserwerke.
Das Projekt definierte Nachhaltigkeit als Ziel, welche als Leitbild aufgegriffen wurde, indem die soziale, ökonomische und die ökologische Dimension der Nachhaltigkeit thematisch am Beispiel Wasser aufbereitet wurde. Dabei wurden konkrete Handlungsoptionen aufgezeigt, die die Kinder und Lehrkräfte sowohl zu Hause als auch in der Schule umsetzen können, um so den nachhaltigen Umgang mit Wasser dauerhaft zu verbessern. Ziel war es folglich, über soziale Gerechtigkeit, ökologische Tragfähigkeit und globale Zusammenhänge mit dem Thema Wasser und Diversität zu informieren und zu sozialem Engagement zu motivieren.
Gefördert wurde das Projekt von Engagement Global im Auftrag des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen als auch von Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst.

Das Besondere an diesem Projekt ist der Diversitätsansatz und die Wertschätzung der Vielfalt, die sowohl in den Lernmaterialien hervorgehoben, als auch bei der Umsetzung stark berücksichtigt wurden.

Das Projekt leistet damit insgesamt einen Beitrag zur inklusiven (außer-/schulischen) Bildung im Sinne von Artikel 24 der UN-BRK. Zugleich trägt es wesentlich zur Bewusstseinsbildung im Sinne von Artikel 8 der UN-BRK bei. Die inklusiven / barrierefreien Materialien und Informationen tragen zudem Artikel 9 der UN-BRK (Zugänglichkeit) Rechnung.

Aktuell gibt es außerdem ein Folgeprojekt zum „Whole School Approach“, in welchem das Material aus dem Projekt wieder zum Einsatz kommt. In diesem derzeitigen Projekt werden drei Grundschulen dabei begleitet, inklusive Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE, s. http://www.bne-portal.de/de/bildungsbereiche/schule) im Schulleben stärker zu verankern. Im Rahmen dieses Projektes wurde weiteres inklusives Bildungsmaterial zum Thema fairer Handel („echt gerecht“) erstellt.

Lebensbereich

  • Bildung
  • Bürgerschaftliches Engagement
  • Kommunikation und Interaktion

Ansprechpartner/in

Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit e.V.
Altenessener Srraße 394-398
45329 Essen

Katarina Roncevic
Telefon: 0201 17 88 963
E-Mail: roncevic@remove-this.bezev.de

Bildrechte

Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.