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NaBeBa e.V. – Natur- und Begegnungsbauernhof

Kurzdarstellung (in der Analyse)

Kurzdarstellung der Aktivität

Kinder beim Hühner füttern. Auch zwei Erzieherinnen sind zu gegen.
© nabeba.de

Gemeinsam etwas in der Freizeit unternehmen, Erfahrungen in und mit der Natur machen, die Tierwelt erkunden – Vorstellungen, die für viele Menschen mit Behinderungen nicht als selbstverständlich angesehen werden können. Denn für viele Menschen mit Behinderungen ist der Zugang zu gemeinsamen Freizeitaktivitäten oft nicht gewährleistet. Im Rahmen des 2007 etablierten Natur- und Begegnungsbauernhofes wird dies geändert. Menschen mit und ohne Behinderungen, alte und junge Menschen, Familien und Rentner erhalten die Möglichkeit gemeinsam aktiv zu werden. In einem vielfältigen, stetig wandelnden Angebot werden Begegnungsräume geschaffen und gemeinsame (Natur-)Erfahrungen gewonnen.

Der Natur- und Begegnungsbauernhof in Waltrop bietet auf einem 20.000qm großen Gelände einen Begegnungsraum für alle Menschen. In unterschiedlichen Aktivitäten, die sich auf spezifische Aufgabenbereiche wie Tierpflege, Gartenbau, Handwerk, Naturschutz, Sport und gesunde Ernährung beziehen, werden gemeinsame Freizeitgestaltungsmöglichkeiten umgesetzt. Der insbesondere durch Kinder betriebene Bauernhof wird durch diese Aktivitäten aufgebaut und bewirtschaftet. In den Vormittagsstunden werden vor allem Maßnahmen für Schulklassen oder Kindergärten realisiert. Hier treffen Kinder aus allgemeinen Schulen und Kindergärten mit Kindern aus förder- und heilpädagogischen Institutionen zusammen und bekommen die Möglichkeit gemeinsam an etwas mitzuwirken. Im Verlauf des Nachmittags werden Angebote beispielsweise im Bereich des Sports für Kinder und Jugendliche umgesetzt. An den Wochenenden finden Naturerlebnistage für Eltern mit Kindern, Veranstaltungen für Demenzkranke, Schul- und Kindergartenfeste, Treffen von Eltern mit spezifischen Behinderungen, Fortbildungen für Erzieher/inne/n, integrative Reitkurse und ähnliches statt. Im Rahmen des Projektes werden ebenfalls Ferienfreizeiten und Betreuungsangebote während der Ferien realisiert. Die verschiedenen Angebote im naturnahen Erlebnisraum bringen den Teilnehmern des Projekts unterschiedliche mit der Natur und Tierwelt verbundenen Themen näher und bieten die Möglichkeit des gegenseitigen Kennenlernens. Das Angebot verändert sich außerdem ständig und wird durch Impulse von außen geprägt. So wird im Rahmen dieses Projektes beispielsweise bereits auch an der aktuellen Flüchtlingsthematik gearbeitet.

Die Projektidee, welche von Doro Zijp entwickelt wurde, basiert auf Erfahrungen mit ihrem Sohn. Dieser kam mit frühkindlichem Autismus zur Welt und machte der Projektleiterin deutlich, wie wenig Möglichkeiten zur Teilhabe an Freizeitaktivitäten Menschen mit Behinderungen zu Verfügung stehen. Die ehemalige Floristin begann nach der Geburt ihres Sohnes eine Ausbildung zur Erzieherin und arbeitete bald schon auf einem Schulbauernhof. In diesem Rahmen kam ihr die Idee diesen auch für Menschen mit Behinderungen zu öffnen. Da auf Seiten der Betreiber keine positive Resonanz auf diese Idee zum Vorschein kam, entstand die Idee ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen. Sie suchte sich zunächst weitere Interessierte und gründete mit diesen zusammen 2003 eine Initiative. Im Jahre 2006 konnte anschließend der Verein NaBeBa e.V. gegründet werden. Im April 2007 fand der Verein dann ein geeignetes Gelände, sodass das Projekt beginnen konnte. Das zunächst heilpädagogisch ausgerichtete Projekt öffnete sich in den vergangenen Jahren auch für Menschen ohne Behinderung und entwickelte die Idee einen Ort zu schaffen, der Raum zur Begegnung vielfältiger Menschen ermöglicht. Bereits in die Planung des Projektes waren Menschen mit Behinderungen, die sowohl als Berater als auch als Initiatoren neuer Ideen verstanden werden, miteinbezogen. Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde dementsprechend so eingerichtet, dass er barrierefrei ausgelegt ist und auch Menschen mit einem hohen Hilfebedarf die Teilnahme ermöglicht wird. Um Menschen mit Behinderung den Zugang zu den Aktivitäten zu erleichtern, wurde ein Fahrdienst etabliert, welcher bei Bedarf die Hin- und Rückfahrt der Teilnehmer/inn/en gewährleistet.

Die Organisation des Vereins wird durch den Vorstand und die darin enthaltenen Vorstandsvorsitzenden, zu denen auch Menschen mit Behinderung gehören, bewerkstelligt. Die Leitung des Projektes trägt Doro Zijp, die als Impulsgeberin für das Projekt zu verstehen ist. Aktuell werden im Rahmen des Projektes neun Angestellte, die sich ebenfalls aus Menschen mit und ohne Behinderung zusammensetzen, beschäftigt. Hinzu kommen ungefähr vierzig ehrenamtliche Helfer/inn/en, die an der Umsetzung des Projektes maßgeblich beteiligt sind. Hierbei handelt es sich um ungefähr sechs wöchentlich mitwirkende Assistent/inn/en, die eine Einzelbetreuung für Menschen mit speziellem Förderbedarf gewährleisten. Weiterhin sind auch Personen, die für die Pflege des Gartens verantwortlich sind, ein Imker, einige Rentner, die handwerkliche Tätigkeiten verrichten und ein Informatiker, welcher die Instanthaltung der Internetpräsenz pflegt. Dies sind nur einige der vielfältigen Arbeitsbereiche in denen Personen aus dem Umkreis ehrenamtlich tätig sind. Des Weiteren werden im Ragmen des Projektes zwei Reittherapeutinnen beschäftigt.

Die Finanzierung des Projektes wird hauptsächlich durch unterschiedliche, temporär unterstützende Stiftungen (bspw. Bürgerstiftung EmscherLippe, NRW Stiftung  etc.) realisiert. Das zu Beginn der Entstehung (2007) rein ehrenamtlich betriebene Projekt konnte weiterhin durch projektbezogene Landesmittel, die Aktion Mensch und durch die Einnahme von Gebühren für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen finanziert werden. Eine strukturelle Finanzierung ist bislang allerdings nicht gelungen. Dennoch wird der Verein durch andere Vereine aus der Region unterstützt. So finden beispielsweise Spendenläufe von anderen Vereinen (wie bspw. den Verein Kommando 04 etc.) statt, deren Erlös an den Natur – und Begegnungsbauernhof gespendet wird.

Das Projekt führt durch seine Ausrichtung zur Realisierung des Artikels 30 der UN- Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), die die Teilhabe von Menschen mit Behinderung an kulturellen und freizeitlichen Aktivitäten fordert. Ebenfalls stärkt sie durch die Umsetzung gemeinsamer Tätigkeiten und Aktionen das Bewusstsein für Heterogenität. Menschen ohne Behinderungen treten in Kontakt mit Menschen mit Behinderungen und lernen durch die vorhandenen Begegnungspunkte Vorurteile abzubauen und ein Bewusstsein für den Anderen zu etablieren. Aufgrund dieser Begegnungsmöglichkeiten kann das Projekt dem Artikel 8 der UN- BRK, welcher die Schärfung des Bewusstseins für Menschen mit Behinderungen fordert, Rechnung tragen. Im weiteren Sinne trägt das Projekt auch zur Umsetzung des Artikels 24: Bildung bei. Dies ist insbesondere darin zu begründen, dass die Teilnehmer in verschiedenen Aktivitäten den Bereich der Natur erleben und neue Erfahrungen lernen, sich dementsprechend diesbezüglich weiterbilden. Dabei handelt es sich nicht zwingend um Bildung im Sinne von schulischer Bildung, sondern vielmehr im Sinne eines lebenslangen Lernens.

Allgemeine Informationen und Materialien

    Internetseite des Natur- und Begegnungsbauernhofes.
    http://nabeba.de/

      Ansprechpartner/in

      NaBeBa e.V. – Leiterin/ Geschäftsführerin

      Dorothee Zijp
      Heidebusch 1c
      45731 Waltrop

      Tel: 0152 - 02136687
      Email: kontakt@remove-this.nabeba.de

      Bildrechte

      Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.