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Unterstützung zur Kommunikation

Kommunikation für jeden erleichtern – Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation (UK)

Jugendlicher, ein Mann und drei Frauen sitzen am Tisch. Auf dem Tisch liegt ein elektronisches Kommunikationsgerät. Die Leute unterhalten sich miteinander
© http://www.esv.de

Kommunikation ist ein Grundbedürfnis aller. Sie ist entscheidend, um mit anderen in Kontakt treten zu können. Sie ist existenziell, um dem Umfeld die eigenen Wünsche, Gefühle, aber auch Entscheidungen mitzuteilen. Allerdings können sich nicht alle Menschen verbal äußern. Insbesondere bei Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf bestehen teilweise eingeschränkte Artikulationsmöglichkeiten. Gerade dann besteht die Gefahr, von seinem Umfeld nicht oder falsch verstanden zu werden. Ebenso kann dies dazu führen, dass jemand anderes über die Person hinweg entscheidet. Dasselbe gilt auch für Personen, die aufgrund einer Beeinträchtigung oder Erkrankung überhaupt keine sprachlichen Äußerungsmöglichkeiten haben.

Häufig existieren Unsicherheiten oder offene Fragen zu geeigneten, möglicherweise alternativen Kommunikationswegen – und zu einem Handwerkszeug, um eine gute, gelingende Kommunikation mit dem Umfeld führen zu können.

In Wetter gibt es seit Ende 2015 die Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation (UK), welche sich zum Ziel gemacht hat, die Fähigkeit zur Kommunikation von nicht- oder wenig-sprechenden Menschen zu fördern und deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu verbessern. Insgesamt wird darauf abgezielt, Artikel 24 (Bildung) der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) mit Leben zu füllen. Die Beratungsstelle, welche vom Träger, der Evangelischen Stiftung Volmarstein ausgeht, möchte sich innerhalb der kommenden Jahre fest etablieren. Im Rahmen des Projektes wird mit einem unterschiedlichen Repertoire an Kommunikationshilfen (körpereigenen Kommunikationshilfen wie z.B. Gebärden, nicht-elektronischen Hilfsmitteln wie z.B. Kommunikationsmappen, elektronischen Hilfsmitteln wie z. B. Adaptionshilfen, Anbahnungsgeräten und komplexen Geräten) gearbeitet. In der Beratung wird gemeinsam erarbeitet, welche Form der Hilfsmittel zur Unterstützten Kommunikation passend ist und wie die/der Einzelne in der

  • Sprachanbahnung,
  • Sprachbegleitung,
  • Erweiterung der Kommunikationsfähigkeiten,
  • Nutzung verschiedener Kommunikationsfunktionen oder
  • Strukturierung von Kommunikation

unterstützt werden kann. Darüber hinaus wird geschaut, welche Hilfsmittel als Sprachersatz dienen können. Das Angebot richtet sich sowohl an alleUK-Nutzer/innen (also jeden, der nicht oder wenig sprechen kann und Unterstützung bei der Kommunikation mit seinem Umfeld wünscht, unabhängig davon, ob er/sie in einer Einrichtung lebt oder im eigenen Zuhause) und ihr Umfeld als auch an Institutionen, die sich im Fachgebiet der Unterstützten Kommunikation weiterbilden möchten. Für Betroffene und ihre Angehörigen bestehen die Angebote in der Diagnostik, unabhängigen Hilfsmittelberatung und -versorgung, in der Förderung als auch in der Umfeldberatung und -begleitung.

Für Institutionen bestehen die Angebote aus Informationsveranstaltungen, Fortbildungen, Coaching und in der Fallberatung.

In der Beratungsstelle geht es also nicht nur darum, einen Menschen, der nicht oder wenig spricht, mit einer individuellen Kommunikationshilfe zu versorgen und den Umgang damit zu erlernen, sondern auch darum, das Umfeld der Person zu sensibilisieren und Strategien zu vermitteln, wie das Umfeld Sorge tragen kann, dass diese Person in ihrem Alltag „gehört“ wird. Die Idee von Kommunikationsunterstützung soll in die Gesellschaft getragen werden. Es geht folglich sowohl um die Bildung von Menschen, die nicht oder wenig sprechen in Bezug auf ihre Kommunikationsfähigkeiten, -hilfen und -möglichkeiten, als auch um die Sensibilisierung des Umfeldes und der Gesellschaft in Bezug auf aktuell bestehende Barrieren und Lösungsmöglichkeiten, also auch um die gesamtgesellschaftliche Teilhabe.

Gefördert wird das Projekt von der Aktion Mensch.

Zu den Besonderheiten dieses Projekts zählen die Fortbildung und Vernetzung im Hinblick auf Unterstützte Kommunikation für Interessierte aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen, als auch die Aktivitäten im Gemeinwesen, um Unterstützte Kommunikation bekannter zu machen und das Umfeld für die Belange nicht sprechender Menschen zu sensibilisieren (Auslegung von Kommunikationsmaterialien in Einrichtungen, UK-Materialausleihe etc.).

Die Beratungsstelle nimmt ferner am Wetteraner Forum „Bewusstseinsbildung und Kommunikation“ teil, wo im Rahmen des Aktionsplans Wetter Entwicklungen im Hinblick auf die Inklusionsfreundlichkeit der Stadt Wetter vorangetrieben werden. Zudem wird die Beratungsstelle sich auch in Gremien anderer Städte vorstellen und Unterstützung anbieten im Hinblick auf die Gestaltung von Teilhabemöglichkeiten nicht- oder wenig-sprechender Menschen (z.B. im Behindertenbeirat der Stadt Hagen).

Das Projekt knüpft damit insbesondere an die Inhalte des Artikels 24 der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) an. Kommunikation soll hier durch geeignete Maßnahmen wie u.a. ergänzende und alternative Formen, Mittel und Formate der Kommunikation erleichtert werden. Die Sensibilisierung des Umfelds hinsichtlich der Kommunikationswege und -bedürfnisse stellt im Projekt eine zentrale Maßnahme dar, was zugleich insbesondere der Bewusstseinsbildung im Sinne von Artikel 8 der UN-BRK Rechnung trägt. Die Gewährleistung alternativer Kommunikationswege ist ebenso im Sinne des Artikels 9 der UN-BRK (Zugänglichkeit).

Ansprechpartner/in

Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation
Hartmannstraße 1       
58300 Wetter

Christina Panzer: 02335 - 639 2032
Email: panzerc@remove-this.esv.de

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    Lebensbereich

    • Kommunikation und Interaktion
    • Bildung
    • Unterstützung

    Bildrechte

    Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.