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Theaterprojekt „Das Märchen“

KiTa Spatzennest Bonn e.V - Kurzdarstellung (in der Analyse)

Kurzdarstellung der Aktivität

Kostümierte Kindertheatergruppe der Kindertagesstätte Spatzennest aus Bonn vor der Burgkulisse.
© kitaspatzennestbonn.de

Gemeinsam aktiv werden, etwas erschaffen und anschließend auf einer Bühne präsentieren. Sich selbst verwirklichen und die eigenen Stärken erkennen und ausbauen. Was für viele Kinder häufig nur begrenzt möglich ist, wird im Rahmen des Projektes „Das Märchen“ in der KiTa Spatzennest Bonn e.V. realisiert.

Aus einer Elterninitiative heraus wurde 2002 die Kindertagesstätte (KiTa) Spatzennest e.V. gegründet. Die Idee bestand darin, das natürliche und vorurteilsfreie Zusammenleben von allen Kindern zu fördern. Kinder mit und ohne Behinderungen können so gemeinsam ihren Alltag verbringen und sich gegenseitig kennenlernen und wachsen zudem in dem Bewusstsein auf, dass jeder Mensch anders ist und dennoch dazugehört.

In einem der regelmäßig stattfindenden Morgenkreise im November 2015 sprachen die pädagogischen Fachkräfte mit den Kindern der KiTa Spatzennest über Märchen. In diesem Kontext äußerten die Kinder den Wunsch, ein eigenes Märchen zu inszenieren. Die Fachkräfte griffen diese Idee auf und arbeiteten mit den Kindern eine Konzeption für das Theaterprojekt „Das Märchen“ aus.

Das gruppenübergreifende Angebot wird von 14 Kindern, davon fünf mit besonderem Förderbedarf, wahrgenommen. Gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften entwickelten die Kinder die Handlung, die darin enthaltenen Figuren, ihre Dialoge und die Kostüme, welche im Anschluss durch eine pädagogische Fachkraft genäht wurden. Den Bau des Bühnenbildes übernahmen ebenfalls die beteiligten Kinder. Diese sorgten auch dafür, dass innerhalb des Stückes Bewegung und Tanz etabliert wurde. Nachdem die Kinder die Dialoge geschrieben hatten, wurden diese zunächst in kleinen Gruppen und im Anschluss in der Gesamtgruppe geprobt. Nach einigen Proben wurde das Stück den Eltern vorgestellt und später auch öffentlich aufgeführt.

Der Inhalt des Theaterstückes: Ein Rittermädchen sucht Hilfe, weil es ihre Rüstung nicht ausziehen kann, da Spiderman-Hexer sie verzaubert hat. Um sich von der Rüstung zu befreien, muss das Rittermädchen sechs schwierige Aufgaben lösen, bei denen sie von Tieren Unterstützung erhält.

Ein zentrales Augenmerk liegt also auf der Individualität und der damit verbundenen Notwendigkeit des Gegenseitig-füreinander-Daseins.

Der Prozess der Gestaltung ermöglicht Kindern mit und ohne besonderen Förderbedarf ihre eigenen Fähigkeiten zu erkennen und diese zu stärken (Empowerment). Des Weiteren werden durch die gemeinsame Arbeit Fähigkeiten wie Hilfsbereitschaft, Empathie und Rücksichtnahme weiterentwickelt und eigenverantwortliches Arbeiten gestärkt. Bei der Umsetzung wird unabhängig von individuellen Fähigkeiten, dem Tempo oder des kulturellen Hintergrundes individuell ausgerichtete Unterstützung seitens der Fachkräfte geleistet.

Die Verantwortung für das Projekt übernahm das pädagogische Fachpersonal der KiTa im Rahmen der hauptamtlichen Tätigkeiten. Die Finanzierung trug ebenfalls die KiTa Spatzennest. Zusätzliche Arbeiten, wie beispielsweise das Nähen der Kostüme wurden ehrenamtlich vom Personal der KiTa übernommen. Im Rahmen des Projektes besteht eine Kooperation mit dem Vater eines Kindes aus der KiTa, welcher selbst als Schauspieler am Theater Bonn arbeitet. Dieser führte die Kinder nach ihrem letzten Auftritt „hinter die Kulissen“ des Bonner Theaters und machte es den Kindern dadurch möglich weitere Einblicke zu erhalten und ihr Interesse am Theater zu fördern.

Durch einen Newsletter der KiTa werden die Eltern und Förderer über die aktuellen Projekte (in) der KiTa informiert. Weiterhin erhält die Öffentlichkeit über die Homepage und den Facebookauftritt der KiTa Zugang zu aktuellen Ereignissen. Zur öffentlichen Vorstellung gegen Abschluss des Projektes wurde zudem die lokale Presse, sowie die Inklusionsbeauftragte der Stadt Bonn eingeladen.

Das Projekt der KiTa Spatzennest Bonn e.V. lässt Kinder gemeinsame Erfahrungen im Bereich des Theaters machen und sich weiterbilden. Das Projekt entspricht damit dem in Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention enthaltenem Recht auf Bildung im schulischen und außerschulischen Kontexten. Hierzu gehört auch das Anrecht auf lebenslange Bildung. Zudem wirkt das Projekt ebenfalls bewusstseinsbildend und realisiert damit die Forderung des Artikel 8 der UN-BRK. Durch die Einbindung der Öffentlichkeit wirkt die Bewusstseinsbildung nicht nur in der Gruppe, sondern auch darüber hinaus und könnte bei den Zuschauern Prozesse des Umdenkens anstoßen.

Bildrechte

Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.