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Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben NRW

Bundesweit einmaliges Beratungsnetz in NRW - Kurzdarstellung (in der Analyse)

Kurzdarstellung der Aktivität

Treffen der Landesbehindertenbeauftragten auf der RehaCare 2016
© www.ksl-nrw.de

Selbstbestimmt leben – so wie es die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) fordert – ist für viele Menschen mit Behinderungen immer noch keine Selbstverständlichkeit. Meist ist dies mit erheblichen Hürden verbunden. Zu den Schwierigkeiten gehören nicht nur bauliche Barrieren oder ‚Barrieren in den Köpfen‘, sondern auch die generelle Unübersichtlichkeit des Rehabilitations- und Unterstützungssystems. Es stellen sich häufig Fragen wie: Welche Unterstützungsleistungen und -formen gibt es überhaupt und wer ist zuständig, d.h. an wen kann man sich wenden? Hinzu kommt, dass die Unterstützungspraxis meist von trägerdominanten und interessengeleiteten Institutionen geprägt wird. Auf der einen Seite gibt es die professionelle ‚Beratungselite‘, auf der anderen Seite gibt es die Selbsthilfe. Bestehende Beratungsangebote weisen vielfach einen Mangel an qualifizierter, trägerübergreifender und unabhängiger Beratung auf. Auch die Interessenvertretung, womit viele Betroffene eine Stärkung (Empowerment) durch andere Gleichbetroffene erfahren können und generell die Möglichkeit haben, ihre Interessen durchzusetzen, ist ungenügend. Der Bedarf an zentralen, v.a. unabhängigen Anlaufstellen und letztlich an einer entsprechenden Intensivierung der Beratung wird vor diesem Hintergrund immer größer.

Ausgehend vom Aktionsplan ‚Eine Gesellschaft für alle - NRW inklusiv‘ fördert das Land Nordrhein-Westfalen ab 2016 fünf regionale Kompetenzzentren Selbstbestimmt Leben (KSL) sowie ein landesweites KSL für Menschen mit Sinnesbehinderungen. Standorte sind Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Münster und Essen. Unterstützt werden die KSL durch die eigene Koordinierungsstelle (Ko-KSL).

Die KSL umfassen zentrale Anlauf- und Beratungsstellen. Sie haben übergreifend die Aufgabe das selbstbestimmte Leben für alle in allen gesellschaftlichen Zusammenhängen voranzutreiben, wie es die UN-BRK fordert.  

Zu den Kernaufgaben zählen:

  • Menschen darin zu bestärken, ein selbstbestimmtes Leben zu führen
  • Lösungen zu entwickeln, um die UN-BRK umzusetzen
  • Netzwerke zu gestalten, die selbstbestimmtes Leben fördern
  • Politische Partizipation von Menschen mit Behinderung zu stärken
  • Inklusion im Bewusstsein der Gesellschaft zu verankern.

Das Hauptziel der Arbeit der KSL besteht folglich darin, auf die bestehende Gesellschaftsstruktur so einzuwirken, dass ein selbstbestimmtes Leben für alle möglich ist.

 

Ein wesentliches Merkmal aller KSL ist der Ansatz des selbstbestimmten Lebens. Die Arbeit ist unabhängig von jeglichen Trägerinteressen und allein geprägt von den Belangen beeinträchtigter Menschen, was als Besonderheit im Kontext der Unterstützungspraxis von Menschen mit Behinderungen hervorgehoben werden kann. Am Projekt sind insgesamt 12 Träger beteiligt. Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales (MAIS). Ebenso greifen dabei die Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF).

 

Die KSL NRW setzen sich insgesamt für die Umsetzung der UN-BRK und für ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Behinderungen ein. Sie wollen auf die etablierten Strukturen im Sinne der UN-BRK Einfluss nehmen. Durch ihre Beratungsarbeit tragen sie zur Stärkung der unabhängigen bzw. selbstbestimmten Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft im Sinne von Artikel 19 der UN-BRK bei. In den KSL arbeiten neben Berater/innen ohne Behinderungen auch Berater/innen mit Behinderungen. Hiermit wird explizit dem Ansatz des Peer Counseling (Beratung von Betroffenen für Betroffene) Rechnung getragen, der in Artikel 26 (Habilitation und Rehabilitation) der UN-BRK gefordert wird. Die öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen tragen zur Bewusstseinsbildung im Sinne von Artikel 8 der UN-BRK bei. Die Stärkung der politischen Partizipation fördert zugleich die Teilhabe am politischen und öffentlichen Leben gemäß Artikel 29 der UN-BRK.

Lebensbereich

  • Unterstützung
  • Politik
  • Kommunikation und Interaktion

Bildrechte

Die zur Illustration verwendeten Bilder wurden uns von den jeweiligen Projektverantwortlichen zur Verfügung gestellt. Dem Projektpartner bleiben alle Urheberrechte vorbehalten.